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*Miri Medi Kurse* Gynaihoppocuniculogia

Nach einem ersten erfolglosen Versuch im März 2018 vergesellschaftete Adventi sich im Sommer 2018 mit einem sympathischen Thüringer und wurde nach ca drei Wochen radiologisch untersucht. Die Röntgenaufnahme galt als befundlos - wir hofften, es wäre vielleicht doch Nachwuchs - Hoppels Allgemeinbefinden war sehr gut. Ihr Blutbild gab uns zu denken - wir vermuteten eine Tumoranämie, unter anderem da sie sehr großes, aber wenig Hämatokrit hatte, aber es hieß erneut, kein Befund. Später wurde ein 1200 EC-TIter festgestellt, Hoppiline war aber völlig symptomfrei. Wir vermuteten die Differenzialdiagnose Krebs - wurden aber nur mit Kopfschütteln bedacht. 

Dieselbe Ärztin, die aus Hoppels Radi und Bluttest keinen Befund ableiten konnte, beurteilte sie wieder als weitgehend gesund und lediglich wie vorgestellt im Magendarmbereich belastet. Die Lunge wäre "in Ordnung". Tatsächlich hatte Hoppel zu diesem Zeitpunkt schon einen leicht geweiteten Brustkorb und einen krankhaft vergrößerten, tumurösen Uterus. DIe gelegentlichen Bauchschmerzen wurden auf einen Zahn zurückgeführt. Hoppiline bekam aber immerhin Medikamente nach Wunsch, sodass es ihr dann erst einmal wieder sehr gut ging (das Allgemeinbefinden war ohnehin herausragend).  

Zwei Monate später waren wir wieder bei einem Kleintierspezialisten, der Hoppels Zähne kontrollieren durfte, den Backenzahn als Schuldigen ausmachte und kürzte. Hoppilines Gewichtsverlust war angeblich altersbedingt, eine kleine Neoplasie der Gebärmutter deutete der Arzt zwar an, aber "nichts Schlimmes". Zu diesem Zeitpunkt war Hoppilina dem Tod bereits sehr nah, bekam aber nicht einmal Schmerzmittel verschrieben. (Zum Glück gab uns der örtliche TA wenigstens 3 ml Metacam). 

Da sie als gesund galt, machten wir uns auf die Reise zur norddeutschen Familie. Dort waren insbesondere die nächtlichen Temperaturen trotz Sommermonat Juni wesentlich frischer - zu frisch für Hoppi. Zu den Lungenmetastasen kam noch eine leichte Lungenentzündung, die Hoppel nun entschieden mit *NullBockMehr* beantwortete. Da die Ärztin im Notdienst aufgrund bzw. trotz der dort erstellten Röntgenaufnahme auch noch abstritt, dass  neben den Metastasen noch eine Infektion vorlag, uns also kein Antibiotikum geben wollte (Hoppiline bekam auch dort nur Metacam) und behauptete, sie hätte "nur" einen aufgegasten Magen, Hoppel und ich aber wussten, dass sie durch Schmerzen und Atemnot wie gelähmt war und keine kurvigen Strecken mehr nach Hause fahren konnte (wir mussten an demselben Tag zurück) und sie nicht quälend ersticken sollte, mussten wir uns an dem Tag entscheiden, sie Miri und Flumiline zu übergeben, die als ihre früher gestorbenen Töchter bereits im Illysischen Wald auf sie warteten...

In unserem wärmeren und viel stressfreierem Zuhause im Süden hätte sie sicher noch einen Sommer erlebt. Und hätten wir gewusst, wie krank sie war, hätten wir die Pflichtreise überhaupt nicht angetreten. 

Dieser Beitrag hier ist aus dem Sommer 2018, als wir noch hofften, dass alles in Ordnung wäre und viele ZüchterInnen ebenfalls meinten, dass es nicht krankheitsbedingt unmöglich wäre, dass Hoppilina Babies bekommt. 

 

Willkommen liebe GT-LeserInnen !

Ich, die Miri, habe heute das Vergnügen, Sie zu dem ersten gynaihoppocuniculogischen Vortrag begrüßen zu können.

Meine Mami Adventina12 hat sich freundlicherweise für eine Trächtigkeit zur Verfügung gestellt, bei deren Initiierung ein junger, smarter Thüringer ihr behilflich war. Die Durchführung der Initialzündung wurde in Ausschnitten gefilmt. Die Aufnahmen wurden auf unserer Seite bereits veröffentlicht.

Link:

Zum vermutlichen Erfolg trug wesentlich bei, dass die neutrale und gemütliche Umgebung des Zelts einen leinenlosen, ungezwungenen Umgang miteinander ermöglichte. Liebesakt und Stimmungsboxen wechselten so munter und aufregend miteinander ab und stimulierten das Hypophysensystem meiner Mami zur Ausschüttung des luteinisierenden Hormons LH (Hofheinz, Anja (2007) Sonographische Darstellung der männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen und der Trächtigkeit beim Kaninchen. Inaug.-Diss LMU München, S. 18).

Die Röntgenaufnahme wurde am 18. Tag nach dem gemeinsamen Liebesabenteuer erstellt. Erst ab dem 19. Tag bildet sich die Skelettstruktur aus. Im Ultraschall ist zu dem Zeitpunkt das Herz des Fötus zu erkennen und bei guten Bedingungen auch die Leber (Hofheinz (2007): 23).

Die weisen Frauen im Illysischen Wald zeigten mir in unserer Jahrhunderte alten Bibliothek eine Preisschrift der Königlichen Akademie von 1840 namens %22Über die Zeugung und Entstehung des wahren weiblichen Eis bei den Säugethieren und Menschen%22, verfasst von U. F. Hausmann. Der Uterus einer Häsin, die bei einem tragischen Unfall mit einem Hund (wie der Autor betont) ums Leben gekommen und %27belegt%27 war, das heißt trächtig, wurde vom Autor postmortal entnommen und abgezeichnet. Es fanden sich rundum in einem der Hörner der Gebärmutter verteilte kugelförmige %22Fruchtanschwellungen%22.

Meine in der Röntgenaufnahme abgebildete Mami scheint sich, soweit die Röntgenaufnahme es bei der durch Nahrungsüberlagerungen eingeschränkten Sicht zu sagen zulässt, in einem gut entwickelten Zwischenzustand zu befinden.

Innerhalb eines feinen Randes, der die insgesamt schollenförmige Gebärmutter und deren äußere Hörner begrenzt, sind mehrere runde Gebilde als Aufhellungen sichtbar, die relativ gleichmäßig verteilt sind. Insbesondere die Größe liegt korrekt zwischen einem und zwei Zentimetern, was Fötus mit Fruchtblase in dem Stadium entspricht. Die Verteilung spricht gegen Zysten, die Größe macht es unwahrscheinlich, dass es sich um geformten Darminhalt handelt. Zudem sind im rechten Horn bereits sehr kleine, deutlich weiße Kugelketten zu erkennen, die erste Skelettbildungen sein dürften.

Meine Mami hat mir heute Morgen noch mitgeteilt, dass ihr Appetit auf Kalzium - insbesondere das kalziumbildende Lignin in Naturhölzern -besonders groß ist.

Wir gehen also im Moment davon aus, dass in nicht allzuferner Zeit wieder Szenen wie die in meinem Fotoalbum zum Blog eingestellten zu sehen sein werden, wenn auch mit Kaninchen in weiß-braun-schwarz Mischungen. Die Ohren werden voraussichtlich gerade und von beeindruckender Größe sein, wie besonders von mir, der Miri, bekannt.

Links zu den einzelnen Fotos folgen.

Wir danken Frau Dr. Krucker von der der Tierarztpraxis Dr. Langner in Friedberg für die sehr freundliche und kompetente Erstellung der Röntgenaufnahme.

* Damit darf ich, Miri Miracula (vormals Mira Solis acris), Ihnen für das Zuhören danken und nunmehr die Diskussion eröffnen*

 

 

mira 05.03.2021 0 65
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